Wie wir vom Aufschreiben profitieren

In diesem Monat möchten wir unseren Fokus auf das Thema “Aufschreiben” legen. Wir erklären dir, warum es Sinn macht ab und an Dinge aufzuschreiben und wie du davon profitieren kannst. Wir zeigen, warum wir unsere Aufgaben, unsere persönlichen und beruflichen Ziele und auch unsere Erfolge niederschreiben sollten und wie wir Unternehmens- und persönliche Visionen am besten in Visionboards veranschaulichen. Außerdem erfährst du, warum Schreiben auch zur Selbstreflexion beiträgt und wie dir das in verschiedenen Lebensbereichen helfen kann. Worauf warten wir noch? Los geht’s!

Aufgaben aufschreiben.

Bereits in unseren Blogartikel „Top gemanaged ins neue Jahr“ haben wir erklärt, wie wichtig das Aufschreiben von Aufgaben ist. Mit einer To-do-Liste behältst du deine Aufgaben im Blick, entlastest dein Arbeitsgedächtnis und kannst so konzentrierter bei der Sache und kreativer sein. Wer Aufgaben aufschreibt, hat den Kopf frei für andere Gedanken.
Deine Aufgaben kannst du entweder klassisch mit Stift und Papier oder digital notieren. Wer sich gerne oldschool eine Aufgabenliste erstellt, wird vielleicht bei odernichtoderdoch (unbeauftragte Werbung) fündig. Für alle digitalen Ordnungsschaffer ist die LUI-App perfekt. Mit LUI hast du deine To-do-Liste immer dabei und kannst per Sprachsteuerung sogar von unterwegs Aufgaben anlegen und verwalten. In gesonderten Arbeitsbereichen kannst du außerdem verschiedene To-do-Listen für Privates und Geschäftliches erstellen. Wie du deine To-do-Liste am besten pflegst, kannst du hier nachlesen. Aufschreiben solltest du aber nicht nur deine Aufgaben, sondern auch deine Ziele.

Ziele aufschreiben.

In unserem Alltag setzen wir uns oft zwischen Tür und Angel Ziele für den nächsten Tag, die nächste Woche oder sogar das restliche Jahr. “Bis morgen muss ich den Aktenstapel unbedingt abgearbeitet haben” oder “ab nächster Woche mache ich mindesten drei Mal in der Woche Sport” – sowohl geschäftlich als auch privat kommen uns diese Gedanken wohl allen bekannt vor. Wir fassen diese Vorsätze oft ganz spontan, ohne sie wirklich zu Ende gedacht zu haben.

Dabei sollten wir uns bewusst Gedanken darüber machen, warum wir diese Ziele erreichen wollen und warum sie uns wichtig sind. Wie möchten wir sie erreichen? Welche Ressourcen benötigen wir dafür und wie lange möchten wir uns dafür Zeit nehmen? Auch diese Fragen sollten wir gründlich überdenken und gemeinsam mit unseren Zielen aufschreiben.
Durch das Aufschreiben können wir ein Bewusstsein für die Realisierbarkeit entwickeln. So können wir darüber nachdenken, ob das Vorhaben wirklich erreicht werden kann oder ob es möglicherweise noch kleinere Zwischenschritte benötigt. Schreiben wir unsere Ziele auf, haben wir diese außerdem schwarz auf weiß vor uns stehen und können sie immer wieder ansehen. Das hilft dabei, den Fokus nicht zu verlieren.

Ein weiterer Grund für das Aufschreiben: “Ziele aufschreiben macht erfolgreicher.” Es ist wissenschaftlich belegt, dass wir Vorsätze eher erreichen, wenn wir sie aufschreiben.1 In einer amerikanischen Studie wurden ProbandInnen in Gruppen aufgeteilt, in denen sie ihre Ziele jeweils auf unterschiedliche Weise formulierten: Eine Gruppe nannte sie nur mündlich, alle anderen Gruppen schrieben sie auf. Dabei wurde unterschieden, ob sie nur die Ziele, Ziele und konkrete Maßnahmen zur Erreichung oder Ziele, Maßnahmen und einzelne Fortschritte protokollierten. Es zeigte sich, dass nur 43% der Ziele erreicht wurden, wenn diese nur mündlich formuliert wurden. Aber: Je mehr aufgeschrieben wurde, desto höher waren die Erfolgschancen. So waren die Personen am erfolgreichsten, die ihre Ziele, Maßnahmen und Fortschritte protokollierten. 76% dieser Gruppe haben ihr Vorhaben verwirklicht. Je mehr man also konkret aufschreibt, desto höher ist die Erfolgschance.

Bei der Zielformulierung gibt es einiges zu beachten. In unserem Januar Blog haben wir bereits die SMART-Formel für die Formulierung von Aufgaben vorgestellt. Diese können wir auch beim Aufschreiben der Ziele anwenden. So sollten sie Spezifisch, Messbar, Ausführbar, Realistisch und Terminiert sein. Außerdem sollten wir darauf achten, realisierbare Vorsätze zu formulieren. Denn ein Ziel, welches man nicht konkret verwirklichen kann, ist kein Ziel, sondern ein Wunsch. Noch größer als Ziele sind Visionen. Visionäre formen unsere Welt. Aber nur, wenn sie ihre Vision teilen. Wie das am besten geht, zeigen wir jetzt.

Visionen aufschreiben.

Visionen sind wichtig – nicht nur im Privatleben, sondern auch für Unternehmen. Wo wollen wir hin? Was wollen wir erreichen und was ist unsere Mission? Mit sogenannten Visionboards können Antworten auf diese Fragen veranschaulicht werden. Im Folgenden erklären wir, wie und warum man Visionboards in Unternehmen nutzen sollte.

Oft existieren Unternehmensvisionen nur in den Köpfen der Führungskräfte und fehlen als Orientierung für Mitarbeiter. Ein Visionboard kann helfen, Unternehmensvisionen zu kommunizieren und für alle sichtbar zu machen. Visionboards oder auch Zielcollagen sind sozusagen das schwarze Brett für Unternehmens- und Projektziele. Erfolg beginnt im Kopf und genau dort wird angesetzt. Die TeilnehmerInnen nutzen ihre Vorstellungskraft und erschaffen vor ihrem inneren Auge ein Bild ihres Vorhabens. Dieses wird dann durch Bilder, Fotos, Affirmationen und Zitate auf das Visionboard gebracht. So definiert die Gruppe eine gemeinsame Vision, mit der alle emotional verbunden sind und, die bei strategischen Entscheidungen als Orientierung und als Helfer für die Zielausrichtung im Arbeitsalltag dient.

Mit den folgenden drei Schritten könnt ihr euer eigenes Visionboard in eurem Unternehmen erstellen:

Drei Schritte zum Erstellen von Visionboards: 1. Brainstorming zu Leitfragen, 2. Ziele formulieren und visualisieren und 3. Visionboard gestalten

Viele Unternehmen setzen bereits auf Visionboards, um ein gemeinsames Leitbild zu kreieren und dieses zu verfolgen. Probier’s doch auch mal in deinem Unternehmen aus.

Natürlich kannst du Visionboards auch privat nutzen, um persönliche Wünsche zu visualisieren. Befolge hierfür einfach die gleichen, oben beschriebenen Schritte. Als Leitfragen können hier z.B. die folgenden dienen:

  • Was sind meine größten Wünsche?
  • Welche Länder und Städte möchte ich gesehen haben?
  • Was möchte ich neu erlernen?
  • Welche Aktivitäten möchte ich ausbauen?

Als Beispiel haben wir dir ein Visionboard zum Thema Work-Life-Balance erstellt. Dafür haben wir uns etwa die Fragen gestellt, wie man einen angemessenen Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben schaffen kann, wie man Arbeitsabläufe optimieren kann, um mehr Zeit zu sparen und welche Aktivitäten im Alltag Erholung bringen.

Wir haben nun einige Gründe aufgeführt, warum du deine Aufgaben, Ziele und Visionen aufschreiben solltest. Im Leben geht es jedoch nicht nur darum, sich Ziele zu setzen, sondern vor allem auch, diese zu erreichen und Erfolge zu verzeichnen. Und genau die solltest du ebenso aufschreiben.

Erfolge aufschreiben.

Erfolg bedeutet für viele von uns, gesetzte Ziele zu erreichen. Aber wie oft nehmen wir diese Erfolge im Alltag wahr? Meist sind es eher die großen Meilensteine, die wir privat und geschäftlich als Erfolge bezeichnen: der Schulabschluss, ein abgeschlossenes Projekt, ein Halbmarathon. Die kleinen Errungenschaften des Lebens bleiben dabei oft auf der Strecke. Deshalb ist es wichtig, auch diese bewusst wahrzunehmen und zu würdigen. Ein Erfolgstagebuch kann dabei helfen.

Darin können wir jeden Tag Revue passieren lassen, eine Bilanz ziehen und aufschreiben, welche Ziele wir erreicht haben und welche konstruktiven oder positiven Erlebnisse und Ergebnisse der Tag gebracht hat. Dabei soll es auch hier sowohl um private als auch um geschäftliche Erfolge gehen. Was war am heutigen Arbeitstag gelungen? Und worauf bist du heute stolz? Diese Fragen kannst du dir jeden Tag stellen und in deinem Erfolgstagebuch verewigen. Wenn dir das tägliche Schreiben zu viel ist, kannst du deine Erfolge auch wöchentlich oder monatlich festhalten. Aber was bringt das Aufschreiben von Erfolgen eigentlich genau?

Laut einer Studie von Joyce E. Bono macht das Aufschreiben der Erfolge glücklicher, zufriedener, kreativer und verringert Schlafstörungen.2 Außerdem macht man sich damit seine eigenen Fortschritte bewusst, wodurch sich auch das eigene Selbstbewusstsein steigert. Stress, Rückschläge und Kritik können wir damit ausgleichen. Konzentrieren wir uns auf das, was wir schon erreicht haben, so lassen wir Stress und Negativität automatisch weniger Raum in unseren Gedanken. In Momenten der Verzweiflung können wir außerdem Mut und Motivation aus unserem Erfolgstagebuch schöpfen, da wir darin immer nachlesen und uns daran erinnern können, dass wir ähnliche Situationen zuvor auch schon erfolgreich gemeistert haben. Gleichzeitig fördert es eine positive Grundeinstellung, indem es uns hilft, den Fokus auf Erfolge und positive Erlebnisse des Alltags zu richten. Mit dem Erfolgstagebuch können wir uns einen Überblick über unsere Errungenschaften und Stärken schaffen. Setzen wir uns täglich mit den Dingen auseinander, auf die wir stolz sind, so lernen wir also auch uns selbst und unsere Stärken besser kennen.

Besonders wichtig ist es, dass wir uns keinen Druck mit dem Erfolgstagebuch aufbauen. An manchen Tagen können wir große und bedeutende Erfolge aufschreiben und an manchen Tagen sind es eben die kleinen Ziele, die wir erreichen konnten. Wichtig ist: Auch das kleinste Lob vom Chef oder die kleinste Verbesserung der eigenen Laufzeit ist ein Erfolg, der es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Auch wenn es mal nicht so gut läuft und Fortschritte auszubleiben scheinen, lohnt es sich, sich Zeit zum Schreiben zu nehmen, z.B. um die aktuelle Situation zu reflektieren.

Schreiben zur Selbstreflexion.

Sich bewusst Gedanken über das eigene Handeln, die eigenen Gedanken und Gefühle machen. Im hektischen Alltag gibt es dafür häufig keinen Platz. Dabei kann Selbstreflexion helfen, aus Fehlern zu lernen, falsche Vorstellungen zu überdenken, das eigenen Potenzial auszuschöpfen, das strukturierte und analytische Denken zu trainieren und unsere Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Aber wo und wie beginnt man? Einfach hinsetzen und losgrübeln?

Zur Selbstreflexion braucht es nicht viel. Nur etwas Zeit und Mut. Am besten, du nimmst dir eine Auszeit und ziehst dich an einen ruhigen Ort zurück. Ein wenig Abstand vom Alltag hilft, sich auf den Prozess einzulassen und sich vielleicht auch unangenehmen Fragen zu stellen. Dann kannst du erst einmal entscheiden, was genau du dir näher ansehen möchtest, welche Situationen, Gewohnheiten, Verhaltensweisen oder Beziehungen. Auf einmal das ganze Leben zu reflektieren wäre nicht nur extrem überfordernd, sondern auch nicht nötig. Picke dir also einen Aspekt deines Lebens heraus, wie beispielsweise die Beziehung zu deinem PartnerIn, deinen Eltern oder deine berufliche Situation und denke darüber nach, wie es dir damit geht. Es gibt einen ganzen von Pool von Fragen, die dir bei der Selbstreflexion helfen können, zum Beispiel:

  • Was zeichnet mich in dieser Beziehung / in diesem Kontext aus?
  • Welche Wünsche habe ich in diesem Lebensbereich und was fehlt mir?
  • Inwiefern trage ich selbst zur Erfüllung meiner Wünsche bei?
  • Was sind meine Stärken und wie nutze ich sie?
  • Was beschäftigt mich aktuell?
  • Was trägt mich auch in schwierigen Zeiten?

Du kannst dir in diesem gesamten Prozess auch Ziele setzen: Was soll dir das Reflektieren bringen? Wie merkst du, dass sich dieser Prozess für dich gelohnt hat? Vielleicht kann es zu einer Veränderung in deinem Verhalten führen, vielleicht aber auch “nur” in deiner Einstellung zur Sache. Wenn du möchtest, kannst du den Prozess und/oder die Ergebnisse deiner Selbstreflexion schriftlich festhalten. Deine Notizen dienen dann als Erinnerung und spiegeln deine persönliche Entwicklung wider.

Wir fassen also nochmal zusammen:

  • Sich Aufgaben aufzuschreiben und in einer To-do-Liste zu sammeln hilft, sich zu organisieren und den Kopf für andere Dinge freizubekommen.
  • Die eigenen Ziele niederzuschreiben ist der erste Schritt zur Zielerreichung. Hier gilt: So ausführlich und konkret wie möglich.
  • Auch Visionen sollten wir darstellen, damit wir sie mit anderen teilen und gemeinsam an ihrer Verwirklichung arbeiten können.
  • Schreiben wir unsere Erfolge auf, stärken wir nicht nur unseren Selbstwert und lernen unsere Stärken kennen, sondern lindern zudem auch Stress.
  • Zu guter Letzt können wir das Schreiben auch zur Selbstreflexion nutzen. Das eigene Handeln, Denken und Fühlen zu hinterfragen hilft dabei, das Leben an den persönlichen Werten und Stärken auszurichten und zwischenmenschliche Beziehungen zu vertiefen.

Auch wenn es nicht leicht ist im Alltag ruhige Minuten für sich zu finden, um Gedanken aufs Papier oder den Bildschirm zu bringen, verspricht das Aufschreiben von Aufgaben, Zielen, Visionen und Erfolgen eine Reihe positiver Effekte. Wie wäre es, wenn wir uns diese Woche bewusst Zeit nehmen, unsere Gedanken niederzuschreiben. Erstelle doch gleich eine neue Aufgabe in deiner LUI-App. 😉

1 Matthews, G. (2007). The impact of commitment, accountability, and written goals on goal achievement. Psychology | Faculty Presentations 3. https://scholar.dominican.edu/psychology-faculty-conference-presentations/3

2 Bono, J. E., Glomb, T. M., Shen, W., Kim, E., & Koch, A. J. (2012). Building positive resources: Effects of positive events and positive reflection on work stress and health. Academy of Management Journal, 56(6), 1601-1627. https://www.jstor.org/stable/pdf/43589955.pdf?casa_token=KCCr7b2YKl0AAAAA:HAjhMldCjSX4F2YARpMmkIOKFagm8RhSoXyMS3iYOTb5G-LIt8l2-t9hAVRYUcUDcIP5vkK2P0CzOT0tK4sDtLzKZ3P4WWxw7PqZN5DSi6tITPeJWyHX